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	<title>Baudenkmal</title>
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	<description>Historische Gebäude und technische Anlagen.</description>
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		<title>Kam mit den Klußmanns das Lehrter Bier ins Dorf?</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 09:25:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>(thl)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bauernhof]]></category>
		<category><![CDATA[Klußmann]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrte]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus Tanzboden und Pferdestall wurden Wohnungen/ Sohn Jörg wohnt jetzt im Niedersachsenhaus
Nicht zu übersehen ist der stattliche Bauernhof im Schnittpunkt der Landstraßen nach Sehnde und Ilten, insbesondere das aus solidem Fachwerk bestehende über 160 Jahre alte Wirtschaftsgebäude, in dem Heinrich Wilhelm Klußmann einmal in Ruhe alt werden wollte. Inzwischen hat er es sich aus wirtschaftlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><u>Aus Tanzboden und Pferdestall wurden Wohnungen/ Sohn Jörg wohnt jetzt im Niedersachsenhaus</u></p>
<p>Nicht zu übersehen ist der stattliche Bauernhof im Schnittpunkt der Landstraßen nach Sehnde und Ilten, insbesondere das aus solidem Fachwerk bestehende über 160 Jahre alte Wirtschaftsgebäude, in dem Heinrich Wilhelm Klußmann einmal in Ruhe alt werden wollte. Inzwischen hat er es sich aus wirtschaftlichen Gründen anders überlegt. Erbaut hatte das Haus anno 1845 Heinrich Klußmann, der zehn Jahre zuvor Dorathee Richelmann aus der Stillen Gasse zur Frau genommen hatte. Heute kräht kein Hahn mehr auf dem Bauernhof, da der künftige Erbe, Dr. agr. Heinrich Wilhelm der Achte in der Klußmannschen Ahnenreihe, seinen geerbten landwirtschaftlichen Betrieb aus Platzgründen nach Erichsegen verlegt hat. Inzwischen haben auch Elke und Heinrich Klußmann das alte Niedersachsenhaus geräumt und sind ihrem Sohn nach Erichsegen gefolgt, um dort im Grünen eines Tages ihren Lebensabend zu beschließen.</p>
<p align="center"><a rel="lightbox" href="http://baudenkmal.org/wp-content/uploads/klussmann_giebelinschrift.jpg"><img hspace="2" alt="Giebelinschrift des 1845 von Heinrich Klußmann und Ehefrau Dorathee erbauten Bauernhauses" vspace="2" src="http://baudenkmal.org/wp-content/uploads/klussmann_giebelinschrift-small.jpg" width="465" height="136" /></a></p>
<p align="center"><strong>Giebelinschrift des 1845 von Heinrich Klußmann und Ehefrau Dorathee erbauten Bauernhauses.</strong></p>
<p><span id="more-36"></span>
<p>Der erste Klußmann, so hat es die im 94.Lebensjahr 1966 verstorbene Großmutter Frieda Klußmann vom Lehrter Klünderhof in akkurater deutscher Schrift rückblickend in einem Tagebuch vermerkt, war um 1779 von Wülferode nach Lehrte gekommen und hatte eine Witwe Krüger geheiratet, die am Westende 1 einen Bauernhof besaß. Damit legte er den Grundstein zum Köthnerfamilie Klußmann, die durch weitere Heiraten immer größeren Einfluss im Dorf bekamen. Der Sohn aus dieser Ehe &#8211; Johann Heinrich genannt &#8211; heiratete später die gut betuchte Nachbarstochter Ilse, Magdalene, Eleonore Rust, die ihren elterlichen Bauernhof mit in die Ehe brachte.</p>
<p>Der nächste in der Ahnenreihe, der 1811 geborener Sohn Heinrich, konnte aus dem Vollen schöpfen. Er ließ Wohnhaus und Stallungen abreißen und neue errichten. Davon kündet heute noch eine Balkenschrift, die Anno 1845 Zimmermeister Heine in den Dielenbalken des Wirtschaftsgebäudes geschnitten hat. Heinrich Klußmann besaß auch eine Schankkonzession, wie aus einem Erlass des Königlichen Amtsgerichts Burgdorf hervorgeht. Er durfte nicht nur Schnaps brennen, sondern auch Bier brauen und ausschenken. Konkurrenzlos, zu jener Zeit im Lehrter Dorf. Im Brandkataster Nr. 43 erhielt der Hof den Beinamen Brauers, vermutlich als Hinweis auf das Braurecht.</p>
<p>Blättern wir weiter in Großmutters Notizbuch, in dem ihre Vorfahren bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit den Eintragungen begonnen haben, erfahren wir, dass es im 1845 erbauten Wirtschaftsgebäude bereits ein Gastwirtschaft mit einem Ausschank an der Seitenwand gab, so dass Durstige ihr Bierchen oder Klaren bestellen konnten, ohne das Haus betreten zu müssen. Darüber hinaus befand sich über den neuen Viehställen ein Tanzboden, auf dem gelegentlich ein Musikant zum Tanz aufspielte. Auch an eine Kegelbahn war vorhanden. Das Lehrter Bier muss den Klußmann reichlich Geld in die Kasse gebracht haben, obwohl der Monatslohn für Mägde und Knechte damals höchstens fünf Mark betrug.</p>
<p align="center"><a rel="lightbox" href="http://baudenkmal.org/wp-content/uploads/lehrte_klussmann.jpg"><img hspace="2" alt="Front- und Seitenansicht des Hofes Klußmann." vspace="2" src="http://baudenkmal.org/wp-content/uploads/lehrte_klussmann-small.jpg" width="465" height="352" /></a></p>
<p align="center"><strong>Front- und Seitenansicht des Hofes Klußmann, in dem noch bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum Tanz aufgespielt wurde.</strong></p>
<p>Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier Bier ausgeschenkt und auf dem Stallboden das Tanzbein geschwungen, weiß der jetzige Hofbesitzer Heinrich Wilhelm Klußmann zu erzählen. Die Konzession erlosch, als sein Großvater um 1896 seiner Tochter Agathe nebenan ein Haus erbaute und ihr die Gastwirtschaft Zum Großen Freien als Hochzeitsgeschenk mit Wilhelm Scheverling vermachte. Übrigens muss der zweimal verheiratete Großvater gut bei Kasse gewesen sein, vermutet Heinrich Klußmann, denn er besaß zwei Rennpferde, die er zusammen mit den Pferden seines Freundes Herrmann Manske von einem gemeinsamen Trainer auf Trab hielt.</p>
<p>Das Haupthaus an der Straße Westende 1, inzwischen unter Einbeziehung des alten Fachwerks stilgerecht restauriert, ist heute eines der schönsten im alten Dorf. Aus dem Tanzboden und Pferdestall sind drei moderne Wohnungen geworden.<br />
Mit etwas Wehmut haben die Eheleute Klußmann von ihrem alten Bauernhof in Lehrte Abschied genommen, aber rund 300 m² Wohnfläche für einen 2-Personen-Haushalt waren auf die Dauer Ehefrau Elke doch zu viel, mit Ausnahme an jenen Ferientagen, an dem ihre vier Kinder mit ihren Familie zu Besuch kamen. Deswegen hat sie auch freudig zugestimmt, als ihr heute 70jähriger Ehemann vorschlug, den Altväterlichen Wohnsitz ihrem jüngsten Sohn Jörg und seiner Familie zu überlassen und nach Erichsegen &#8220;auszuwandern&#8221;.</p>
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		<title>Auch im Großen Freien hat so manches alte Haus sein kleines Geheimnis</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 08:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>(thl)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Endlich ist es soweit: Rechtzeitig zu Weihnachten erscheinen die von Lothar Rolf Luhm recherchierten Berichte zu denkmalgeschützten bzw. erhaltungswürdigen Häusern in der Region Hannover als &#8220;gesammelte Werke&#8221; in einem von der Volksbank-Lehrte-Stiftung geförderten Buch.
Auch im Großen Freien hat so manches alte Haus sein kleines Geheimnis
Das durchgehend farbig gestaltete Werk (ca. 20 x 26 cm) umfaßt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich ist es soweit: Rechtzeitig zu Weihnachten erscheinen die von <em>Lothar Rolf Luhm</em> <a rel="lightbox" href="http://baudenkmal.org/wp-content/uploads/lothar_rolf_luhm_buch.jpg"><img src="http://baudenkmal.org/wp-content/uploads/lothar_rolf_luhm_buch-small.jpg" alt="Auch im Großen Freien hat so manches alte Haus sein kleines Geheimnis." hspace="2" vspace="2" width="161" height="203" align="left" /></a>recherchierten Berichte zu denkmalgeschützten bzw. erhaltungswürdigen Häusern in der Region Hannover als &#8220;gesammelte Werke&#8221; in einem von der Volksbank-Lehrte-Stiftung geförderten Buch.</p>
<p class="bu"><strong>Auch im Großen Freien hat so manches alte Haus sein kleines Geheimnis</strong></p>
<p>Das durchgehend farbig gestaltete Werk (ca. 20 x 26 cm) umfaßt 36 von inzwischen rund 200 Objekten. Die Artikel wurden nochmals überarbeitet und aktualisiert sowie viele Fotos neu angefertigt. Die Auswahl richtet sich nach dem Einzugsbereich der VBL-Stiftung, also <em>Lehrte</em> und <em>Sehnde</em> inkl. vieler Ortsteile. Für Nachschub der Reihe sorgt nicht nur das umfangreiche Archiv, sondern das große Potential in der Region &#8212; jeden Monat werden außerdem Vorschläge für weitere Höfe, Villen, Kirchen oder Industrieanlagen an Luhm herangetragen.</p>
<p align="center"><a rel="lightbox" href="http://baudenkmal.org/wp-content/uploads/buchvorstellung_lr_luhm.jpg"><img src="http://baudenkmal.org/wp-content/uploads/buchvorstellung_lr_luhm-small.jpg" alt="Deneke-Jöhrens und Lothar Rolf Luhm bei der Buchvorstellung" hspace="2" vspace="2" width="465" height="376" /></a></p>
<p class="bu" align="center"><strong>Deneke-Jöhrens (VBL-Stiftung) und Lothar Rolf Luhm bei der Buchvorstellung</strong></p>
<p>Das Buch liegt zunächst in einer Auflage von 1.000 Exemplaren vor und ist zum Preis von 18,95 Euro in den Filialen der Volksbank in Lehrte und Sehnde erhältlich. Da der Autor auf sein Honorar verzichtet, kommt der Gewinn kommt in vollem Umfang der Stiftung und deren Arbeit zu Gute.</p>
<p><span id="more-41"></span></p>
<p><strong>Lehrte</strong></p>
<ol>
<li>Bierbauer Klußmann</li>
<li>Molsensoldat Altes Arbeiterhaus</li>
<li>Puppen-Rust Haus im Stadtpark</li>
<li>Martinskapelle (Ahlten)</li>
<li>Bauernhaus Klatt (Aligse)</li>
<li>Baxmann Bauernhof</li>
<li>Haus Andreas Eckerlin</li>
<li>Haus Wittermann</li>
<li>Dorfschule Meyer (Immensen)</li>
<li>Hansenhaus (Kolshorn)</li>
<li>Pferdestall Buchholz (Kolshorn)</li>
<li>Köthenwalder Turm</li>
<li>Hexenhaus Lüders (Röddensen)</li>
<li>Junkerhof (Sievershausen)</li>
<li>Elektrizitätswerk</li>
<li>Backhaus Jausthof (Steinwedel)</li>
<li>Bahnwärterhaus Ahlvers (Steinwedel)</li>
<li>Villa Bade</li>
<li>Wasserturm</li>
<li>Wichmann Villa</li>
<li>Findling (Ahlten/Aligse)</li>
</ol>
<p><strong>Sehnde</strong></p>
<ol>
<li>Hochzeitskapelle (Bilm)</li>
<li>Rittergut (Bolzum)</li>
<li>Grefehaus (Ilten)</li>
<li>Hofkrug Tubbe (Ilten)</li>
<li>Salhof Dörries (Ilten)</li>
<li>Prövehof Fricke (Klein Lobke)</li>
<li>Hirtenhaus Schäferei (Müllingen)</li>
<li>Parkhotel Budde (Bilm)</li>
<li>Schaperhaus (Rethmar)</li>
<li>Richterhaus (Dolgen)</li>
<li>Droese an der Nordstraße</li>
<li>Falkenhagen</li>
<li>Frühlingsmühle</li>
<li>Wasserturm (Wehmingen)</li>
<li>Kirche St. Ulrich (Haimar)</li>
</ol>
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		<title>Aufsteigende Kraniche und fleißige Bauarbeiter unter Denkmalschutz</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jan 2008 08:03:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lothar Rolf Luhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lehrte]]></category>
		<category><![CDATA[Stadthaus]]></category>

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		<description><![CDATA[Außergewöhnlich und einmalig in Lehrte
Sie sind gerade erst 50 Jahre alt und stehen trotzdem bereits unter Denkmalsschutz: Aufsteigende Kraniche am Haus Feldstraße Nr. 34 und fleißige Bauarbeiter am Haus Nr. 26 an der Wilhelmstraße in Lehrte. Gemeint ist eine außergewöhnliche Fassadengestaltung in Sgraffitto.
Diese aus der italienischen Baukunst stammende Kratzarbeit ist nicht nur schmückendes Beiwerk, so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><u>Außergewöhnlich und einmalig in Lehrte</u></p>
<p>Sie sind gerade erst 50 Jahre alt und stehen trotzdem bereits unter Denkmalsschutz: Aufsteigende Kraniche am Haus Feldstraße Nr. 34 und fleißige Bauarbeiter am Haus Nr. 26 an der Wilhelmstraße in Lehrte. Gemeint ist eine außergewöhnliche Fassadengestaltung in Sgraffitto.</p>
<p>Diese aus der italienischen Baukunst stammende Kratzarbeit ist nicht nur schmückendes Beiwerk, so Amtsleiter  Thomas Reinert von der Lehrter Bauaufsichtsbehörde, sondern auch künstlerisch wertvoll und das Ortsbild prägend. Gebaut wurden die Mehrfamilienhäuser Anfang der 50er Jahre unter Aufsicht der Niedersächsischen Heimstätte. Heute gehören sie der Lehrter Wohnungsbau GmbH, die bei der Modernisierung der Häuser besonderes Augenmerk auf die &#8220;zerkratzten Fassaden&#8221; gelegt hat.<br />
Der Name des Künstlers, der die für Lehrte einmaligen Kraniche und Bauhandwerker geschaffen hat, ist weder dem Bauherrn noch der Stadtverwaltung bekannt. In den Bauakten ist er nicht vermerkt.</p>
<p align="center"><a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/lehrtekraniche.jpg"><img src="/wp-content/bilder/lehrtekraniche-small.jpg" alt="Lehrte Kraniche" height="300" hspace="7" vspace="5" width="225" /></a><a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/lehrtebauarbeiter.jpg"><img src="/wp-content/bilder/lehrtebauarbeiter-small.jpg" alt="Lehrte Bauarbeiter" height="297" hspace="7" vspace="5" width="225" /></a></p>
<p><strong>Aufsteigende Kraniche an der Feldstraße und fleißige Bauhandwerker an der Wilhelmstraße. Sie schmücken nicht nur die Fassaden, sondern sind auch einmalig in Lehrte und Ortsbild prägend, bestätigt Thomas Reinert von der Lehrter Bauaufsichtsbehörde. Die <a href="http://www.moderner-lehmbau.com/deutsch/editorial/lr_d32.htm" title="Sgraffitto bei Moderner Lehmbau" target="_blank">Sgraffitto</a>-Arbeiten stehen unter Denkmalschutz.</strong></p>
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		<title>Als die Schweden plündernd ins Dorf kamen</title>
		<link>http://baudenkmal.org/?p=25</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Sep 2007 08:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lothar Rolf Luhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein verwitterter Grabstein bringt es an den Tag / Jürgen Rust war als Voigt und Altermann im Großen Freien hoch geachtet
Jahrhunderte alte Grabsteine sind oftmals eine in Stein gemeißelte Ortschronik, wie jener verwitterte, der seit 1960 in die Kirchenwand der alten Nicolauskirche eingemauert ist. Einst schmückte der rund 330 Jahre alte Stein die Grabstätte von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><u>Ein verwitterter Grabstein bringt es an den Tag / Jürgen Rust war als Voigt und Altermann im Großen Freien hoch geachtet</u></p>
<p>Jahrhunderte alte Grabsteine sind oftmals eine in Stein gemeißelte Ortschronik, wie jener verwitterte, der seit 1960 in die Kirchenwand der alten Nicolauskirche eingemauert ist. Einst schmückte der rund 330 Jahre alte Stein die Grabstätte von Jürgen Rust, die sich im Schatten der Nicolauskirche auf dem alten Friedhof befand. Nach rund 500 Jahren wurde der Gottesacker am 1.Januar 1858 geschlossen. Er musste der Dorferneuerung weichen und Platz machen für neue Hofstellen und die heutige Osterstraße, über die derzeit pausenlos Autos rollen. Mit der Einebnung verschwanden auch die Grabsteine. Sie wurden verbaut, zerschlagen oder irgendwo abgelegt, bis auf einige wenige, zu denen auch das eindrucksvolle Monument des Untervoigts Jürgen Rust gehört, der ab 1617 auch Altermann der Kirchengemeinde war.</p>
<p>Mit etwas Geduld lassen sich Hieroglyphen auf dem Granitblock entziffern, die kundtun, dass &#8220;All hie liegt begraben, Jürgen Rust, welcher in Anno 1587 in diese Welt geboren. In seinem 19. Jahr hat er sich zum ersten Mahl in den Standt der Heiligen Ehe begeben. A.O. 1617 ist er dieser Kirchen Altermann worden und dasselbige Amt verwaltet 48 Jahr. A.O. 1637 ist er dieses Orts Untervagt worden und dasselbige verwaltet 27 Jahr. A. O. 1664 den 18. Octobris ist er in Gott seligen Schaffens seines Alters 77 Jahr &#8230;attey an 25 Capittel &#8211; Ey, frommer und getreuer Knecht, Du bist über wenige Getreuen gewesen. Ich will Dich über viele setzen. Gehe ein zu Deines Herren Freude.&#8221;</p>
<p align="center"><a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/lehrtekirche-3.png"><img src="/wp-content/bilder/lehrtekirche-small-3.png" alt="Lehrte Kirche" height="395" hspace="7" vspace="5" width="450" /></a></p>
<p><strong>Jahrhunderte alte Grabsteine sind oftmals eine in Stein gemeißelte Ortschronik, wie jener verwitterte, der seit 1960 in die Kirchenwand der alten Nicolauskirche eingemauert ist.</strong></p>
<p>Geht man dieser Inschrift nach, kommt man zum Vollmeierhof an der Osterstraße Nr. 11, einem ehemaligen Lehnsbesitz deren von Ruthenberg, der bereits seit 1540 zum Familienbesitz der Familie Rust gehört. Hier hat vermutlich der Anno 1664 Verstorbene ebenso wie sein Vater, der hochgeschätzte Bartoldt Rust, das Licht der Welt erblickt. Der Bauernhof fiel Anno 1884 einem Feuer zum Opfer. Doch die Rustens verzagten nicht. Sie errichteten 1887 ein neues Haus aus solidem Stein, in dem heute die Familie Rust ihren verdienten Feierabend genießt.</p>
<p>Ein farbenprächtiger Stammbaum schmückt die Diele des einstigen Bauernhauses und eine bebilderte Chronik gibt Auskunft von der Geschichte des Hofes, in die uns der jetzige Hofbesitzer Jürgen Rust einen Einblick gewährte. Kötner und Reihenstellenbesitzer namens Rust gehörten bereits ab 1350 unter Hans von Schwiechelt zum &#8220;gud lerthe&#8221;. Als die Ländereien später in die Obhut der Adelsfamilie von Ruthenberg kamen, ist bereits von Jürgen Rust die Rede, der als Lehnsmann im Großen Freien großes Ansehen genoss. Abschriften von Urkunden und Auszüge aus Kirchenbüchern lassen erkennen, dass sowohl Bartoldt Rust als auch sein Sohn Jürgen unendlich viel für die Fortentwicklung des Dorfes Lehrte getan haben. Im Mittelpunkt stand allerdings stets der eigene Besitz, der aus zwei verschiedenen Lehnshöfen entstanden ist und seit Jahrhunderten im Brandkataster unter der Hofnummer 11 an der heutigen Osterstraße Nr. 11 geführt wird.<br />
Wie der Grabstein verkündet, war Jürgen Rust nicht nur Altermann der Kirchengemeinde, sondern sorgte auch ab 1637 als Untervoigt in der Gemeinde für Recht und Ordnung. Besonders gefordert war er um 1641/42, als die Schweden aus dem Sarstedter Lager nach Lehrte kamen, plünderten und Menschen schikanierten. Vor allem auf den beliebten Küster Christoph Lange hatten sie es abgesehen. Jürgen Rust, so ist es verbrieft, war es zu verdanken, dass Kirche und Bauernhöfe erhalten blieben. 1648 nach Friedensschluss war es sein Verdienst, dass gerechte örtliche Besitzverhältnisse geschaffen und eine Neuordnung über Lehnware, Weinkaufgeld, Hofzins und Dienstgeld zum ehemaligen bischöflichen Grundherrn geklärt wurden. Verständlich, dass noch Jahrzehnte nach seinem Tod mit großer Hochachtung vom &#8220;alten Voigt&#8221; gesprochen wurde, der im Oktober 1664 von Pastor Klinkerfuß zur letzten Ruhe geleitet worden war.</p>
<p>Heute erinnert nur noch die Hofstelle Nr. 11 an die einst so einflussreiche Sippe. Tochter Ulrike ist nach Berlin &#8220;ausgewandert&#8221; und seine Söhne Dirk und Björn haben andere Berufsziele, so dass der letzte Rust namens Jürgen sich bereits vor gut zehn Jahren entschloss, das Ackern, Sähen und Pflügen aufzugeben, die Ländereien zu verpachten und die landwirtschaftlichen Räume in gewerblich umzuwandeln. Übrig geblieben ist ein zufriedener Rentner und eine schöne Fassade, die nicht nur der Osterstraße zur Zierde gereicht.</p>
<div class="rahmen"><a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/grabsteinjuergenrust-3.png"><img src="/wp-content/bilder/grabsteinjuergenrust-small-3.png" alt="Grabstein Jürgen Rust" align="left" height="383" hspace="7" vspace="5" width="240" /></a>Inschrift des Grabsteins,<br />
der unmittelbar am Kircheneingang eingemauert ist. So gut es ging wurden die &#8220;Runen&#8221; entziffert:All hie liegt begraben, Jürgen Rust welcher in Anno 1587 in diese Welt geboren. In seinen 19. Jahr hat er sich zum ersten Mahl in den Standt der Heiligen Ehe begeben.<br />
A.O. 1617 ist er dieser Kirchen Alterman worden und dasselbige Amt verwaltet48 Jahr.<br />
A.O.1637 ist er dieses Orts Untervagt worden und dasselbige verwaltet 27 Jahr.<br />
A.O.1664 sen 18.Octobris ist er in Gott seligen Schaffens seines Alters 77 Jahr.<br />
.attey an 25 Capittel Ey Du frommer und getreuer Knecht , Du bist über wenige Getreuen gewesen. Ich will Dich über viele setzen.<br />
Gehe ein zu Deines Herren Freude.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><i>Anmerkung: Die Inschrift des Grabsteins ist wörtlich notiert. Daher auch im Text: Nicht Altarmann, sondern Altermann, was in etwa Dorfältester bedeutet.</i>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Heinrich Molsen erbaute einst das Leibzuchthaus</title>
		<link>http://baudenkmal.org/?p=24</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Sep 2007 08:15:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lothar Rolf Luhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bauernhof]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrte]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit mehr als 300 Jahren gehört es zum ehemaligen Klosterhof
Man sieht es dem schmucken Fachwerkhaus an der heutigen Marktstraße 39 a  in Lehrte nicht an, dass es bereits rund 300 Jahre auf dem Buckel hat. Ein Verdienst des jetzigen Eigentümers Hans-Henning Molsen. Er hat das Leibzuchthaus, das sein Vorfahr Heinrich Molsen Anno 1712 an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><u>Seit mehr als 300 Jahren gehört es zum ehemaligen Klosterhof</u></p>
<p>Man sieht es dem schmucken Fachwerkhaus an der heutigen Marktstraße 39 a  in Lehrte nicht an, dass es bereits rund 300 Jahre auf dem Buckel hat. Ein Verdienst des jetzigen Eigentümers Hans-Henning Molsen. Er hat das Leibzuchthaus, das sein Vorfahr Heinrich Molsen Anno 1712 an der einstigen Mühlenstraße 2 a erbauen ließ, stets mit viel Liebe und noch mehr Geld gepflegt hat, obwohl es ihm manchmal ein Dorn im Auge war und einst seiner Hoferweiterung im Wege stand. Heute steht es als Ortsbild prägend und kulturhistorisch wertvoll unter Denkmalschutz.</p>
<p align="center"><a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/molsen-1.jpg"><img src="/wp-content/bilder/molsen-small-1.jpg" alt="Molsen" height="320" hspace="7" vspace="5" width="465" /></a></p>
<p><strong>Das Haus war ursprünglich für Hofarbeiter gedacht, die für den Bauern in die Bresche springen mussten, wenn der König seine Getreuen zu den Fahnen rief.</strong></p>
<p>Die Familie Molsen kam Mitte des 17. Jahrhunderts von Haverlah bei Ringelheim, wo sie selbst einen Meierhof besaß, nach Lehrte. Hans-Henning Molsen weiß zu berichten, dass sein heutiger Hof einst ein Klosterhof war, der dem Hildesheimer Kloster Zur Sülte gehörte, wie aus einer Urkunde aus dem Jahr 1147 hervorgeht. Doch seit 1668 gehört der Hof der Familie Molsen. Oswald Molsen der Ältere hatte ihn  von seiner Tante Kracke, eine geborene Molsen, nach dem Tode ihres Mannes geerbt. Sein Sohn Heinrich Molsen, der 1678 in Lehrte das Licht der Welt erblickte, und den man auch Hinrich oder Hindrick nannte, war mit Ilse Rust verheiratet, einer Tochter des Jürgen Rust. Dieser Hinrick war ein schlaues Kerlchen. Er legte für seine Familie ein Haus- und Registerbuch an, das Einblick in die Wirtschaftslage der damaligen Zeit gibt und auch sonst noch wertvolle Hinweise aus dem Dorfgeschehen enthält. Er kam auch auf die Idee mit Leibzuchthaus.</p>
<p>Damals, als es noch Brauch war, dass die freien Bauern zu besonderen Anlässen dem König als Soldat dienen oder aber Ersatz stellen mussten, ließ Heinrich das Leibzuchthaus errichten. Es war keineswegs als Altersruhsitz vorgesehen,  und auch kein Mietshaus für Soldaten oder Offiziere, sondern war ausschließlich für jene Landarbeiter gedacht, die auf dem Molsen-Hof arbeiteten und im Bedarfsfalle für den Bauern Molsen  zu den Fahnen eilen mussten, wenn der König Soldaten benötigte. <a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/molsen-1.png"><img src="/wp-content/bilder/molsen-small-1.png" alt="Molsen" align="right" height="226" hspace="7" vspace="5" width="185" /></a>Auch als dieser Brauch nicht mehr Sitte war, blieb das Haus bis in die heutige Zeit nur jenen vorbehalten, die mit dem Hof Molsen irgendwie verbunden waren. Heute wird es von Elisabeth Turek allein bewohnt, seit ihr Bruder Georg, der in Lehrter Fußballspielerkreisen nur Toni gerufen wurde, tödlich verunglückte.</p>
<p><strong>Hans Henning Molsen scheut keine Mühe, um das Leibschutzhaus zu erhalten, obwohl es ihm eigentlich im Wege steht.</strong></p>
<p>Auf den erste Blick sieht man es dem Fachwerkhaus nicht an, dass es auch an Altersbeschwerden leidet. Frische Farbe bedeckt so manchen Riss im Mauerwerk und im Gebälk kracht es mitunter auch bedenklich, erzählt Hans-Henning Molsen. Er betrachtet sein Erbstück mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich ist es schön, altes Kulturgut zu bewahren, zumal es auch für die Ortsgeschichte von Bedeutung ist, meint er. Er hat das Innenleben des Hauses immer wieder aufgefrischt, eine Wasserleitung legen und auch eine Toilette einbauen lassen. Hin und wieder auch für frische Farbe gesorgt. Geheizt wird allerdings wie zu Urgroßvaters Zeiten &#8211; mit einem alten Kanonenofen. Doch aus eigener Tasche will er künftig keine müde Mark mehr rausrücken, erklärt er. Jetzt sei die Untere Denkmalschutzbehörde am Zuge, denn man könne es ihm nicht zumuten, etwas immer wieder aufs neue etwas aufzupäppeln, was ihm eigentlich im Wege ist. Vielleicht finden sich auch Sponsoren, die ein Schärflein zur Imagepflege Lehrtes  beisteuern möchten. Immerhin dürfte das Leibzuchthaus eines der ältesten der Kernstadt sein.<br />
Lothar Rolf Luhm</p>
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		<title>Fast 250 Jahre alte Scheune wurde zum denkmalgeschützten Pferdestall</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 17:40:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lothar Rolf Luhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bauernhof]]></category>
		<category><![CDATA[Kolshorn]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit 1426 gehört der Sippe Buchholz in Kolshorn Land unter dem Pflug
Fast 250 Jahre lang hatte die ehemalige Scheune Wind und Wetter getrotzt. Doch dann geschah es unerwartet an einem windstillen Vormittag: Gudrun Buchholz (66) arbeitete gerade im benachbarten Garten am Beinhorner Weg, als ein immer lauter werdendes Knistern sie aufhorchen ließ. Wie von Geisterhand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><u>Seit 1426 gehört der Sippe Buchholz in Kolshorn Land unter dem Pflug</u></p>
<p>Fast 250 Jahre lang hatte die ehemalige Scheune Wind und Wetter getrotzt. Doch dann geschah es unerwartet an einem windstillen Vormittag: Gudrun Buchholz (66) arbeitete gerade im benachbarten Garten am Beinhorner Weg, als ein immer lauter werdendes Knistern sie aufhorchen ließ. Wie von Geisterhand fiel zuerst der Giebel in sich zusammen und dann folgte das gesamte Dach. Stehen blieben fast unversehrt die Fachwerkmauern. Das war vor etwa 25 Jahren.</p>
<p align="center"><a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/pferdestall.png"><img src="/wp-content/bilder/pferdestall-small.png" alt="Pferdestall" height="338" hspace="7" vspace="5" width="450" /></a></p>
<p><strong>Vo etwa 25 Jahren wurde aus der rund 250 Jahre alten Scheune ein Pferdestall, der jetzt unter Denkmalschutz steht und dem Dorf zur Zierde gereicht.</strong></p>
<p>Gottlob ist damals niemand zu Schaden gekommen, meint der 71jährige Altenteiler Wilhelm Buchholz, den sie im Dorf noch immer&#8221;Schimmel&#8221; nennen, obwohl seine blonden Haare längst ergraut sind. Kurzerhand ließ er den Lehrter Zimmermeister Ernst August Deneke kommen, der dem Fachwerkgemäuer ein neues Dach aufsetzte und die Scheune<a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/wilhelmbuchholz.png"><img src="/wp-content/bilder/wilhelmbuchholz-small.png" alt="Buchholz" align="left" height="129" hspace="7" vspace="5" width="225" /></a> so umbaute, dass daraus ein Pferdestall wurde, der heute unter Denkmalschutz steht. Dort stehen jetzt fünf Reitpferde, die von ihren Besitzern individuell betreut werden.</p>
<p><strong>Wilhelm Buchholz</strong></p>
<p>Noch zu Großvaters Zeiten gehörte eine Hälfte der Scheune Schafen und Rindern, während in der anderen Stroh und Heu lagerte, weiß Wilhelm Buchholz. Erbauen ließen die Pferdestall-Scheune &#8220;Anno 1763 Hannss Buchholtz und Maria Dorothee Brunnss&#8221;, deren 1621 errichtetes Bauernhaus an der Buchholzstraße Nr. 1 auch heute noch ein Schmuckstück ist. Haus und Hof gehören nunmehr seinem 40jährigen Sohn Christian, erzählt Wilhelm Buchholz, der stolz darauf ist, dass seine Vorfahren urkundlich nachweisbar in Kolshorn seit 1426 Ackerland unter dem Pflug hatten.</p>
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		<title>Aus einer 100jährigen Holländermühle wird ein schmuckes Eigenheim</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 17:24:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lothar Rolf Luhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ilten]]></category>
		<category><![CDATA[Sonstiges Bauwerk]]></category>

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		<description><![CDATA[Über eine Innenleiter bis zur Dachkuppel mit Panoramascheiben
Wind und Wetter haben der über hundert Jahre alten Holländerwindmühle an der Bundesstraße 65 zwischen Anderten und Ilten  stark zugesetzt, insbesondere in jener Sturmnacht im Jahr 1938, in der sie beide Flügel verloren hatte. Doch seit ein paar Monaten sind Handwerker dabei, ihr ein neues Gewand zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><u>Über eine Innenleiter bis zur Dachkuppel mit Panoramascheiben</u></p>
<p>Wind und Wetter haben der über hundert Jahre alten Holländerwindmühle an der Bundesstraße 65 zwischen Anderten und Ilten  stark zugesetzt, insbesondere in jener Sturmnacht im Jahr 1938, in der sie beide Flügel verloren hatte. Doch seit ein paar Monaten sind Handwerker dabei, ihr ein neues Gewand zu schneidern, auf Initiative von Frauke Zelmer und Klaus Neffgen. Das junge Paar hat sich entschlossen, ein &#8220;schmuckes Eigenheim&#8221; und etwas mehr in das alte Gemäuer nebst Grundstück zu investieren, um sich spätestens im kommenden Sommer dort häuslich niederlassen zu können.</p>
<p>Erbaut hat die Holländermühle Anno 1889 Müllermeister Wilhelm Weber, und zwar auf den Grundmauern einer alten Bockwindmühle, die nachweislich bereits 1565 dort gestanden hat. Meister Weber vererbte die Mühle an seinem Sohn Rudolf, der sie später an einen Müller namens Emil Hetz verpachtete. 1957 ging die inzwischen auf Motorbetrieb umgestellte Windmühle in den Besitz von Otto Wallberg über, der  &#8212; ebenso wie sein Sohn Werner &#8212; vorher in der Frielinger-Frühlingsmühle im benachbarten Sehnde als Meister &#8220;seine Brötchen&#8221; verdient hatte.</p>
<p align="center"><a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/muehle-3-1.png"><img src="/wp-content/bilder/muehle-3-small-1.png" alt="Mühle" height="250" hspace="7" vspace="5" width="271" /></a><a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/muehle-2-1.png"><img src="/wp-content/bilder/muehle-2-small-1.png" alt="Mühle" height="250" hspace="7" vspace="5" width="225" /></a></p>
<p><strong>Handwerker sind seit Monaten damit beschäftigt, der über hundert Jahre alten Holländerwindmühle am Rande der Bundesstraße 65 zwischen Anderten und Ilten ein neues Gewand zu schneidern. Spätestens im Sommer nächstes Jahres soll der Umbau zu einem schmucken Eigenheim beendet sein.</strong></p>
<p>Als sich Müllermeister Werner Wallberg 1972 zur Ruhe setzte, gingen in der Mühle an der Sehnder Straße Nr. 20 im Ortsteil Ilten für immer die Lichter aus. Rund 30 Jahre lang war die unter Denkmalschutz stehende Mühle danach endgültig dem Zahn der Zeit überlassen, bis eines Tages die beiden 31jährigen abenteuerlustigen jungen Leute aus der Stadt auf sie aufmerksam und mit Werner Wallberg handelseinig wurden.</p>
<p>Seither sind Handwerker damit beschäftigt, vom Keller bis zur Dachspitze Gebälk zu erneuern und Löcher mit naturgetreuen Steinen im Mauerwerk zu flicken. Geplant ist Wohnraum über vier Etagen mit einer besonders konstruierten Innentreppe, die hinauf bis zu einer mit Panoramascheiben verglasten Kuppel führen wird. Hier oben soll unser Arbeitszimmer eingerichtet werden, schwärmt Klaus Neffgen, der vermutet, von dort aus bis auf seinen Schreibtisch im Leitstand im Madsack-Druckzenter blicken zu können.</p>
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		<title>Freiheitskämpfer baute Fachwerkhaus und wurde seßhaft in Ilten</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 17:04:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lothar Rolf Luhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bauernhof]]></category>
		<category><![CDATA[Ilten]]></category>

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		<description><![CDATA[Napoleons Bild im Schweinestall sollte an die Knechtschaft erinnern
Das schmucke Zweiständerhaus an der heutigen Ferdinand-Wahrendorff-Straße 19, das Georg Heinrich Haßberg und Sophie Dorothee Müller im Jahr 1836 erbauen ließen, gibt noch immer Rätsel auf. Im Dorf erzählt man sich, dass die Haßbergs Freunde von Konrad Hoyer vom Hof Nr. 14 waren, die nach Beendigung des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><u>Napoleons Bild im Schweinestall sollte an die Knechtschaft erinnern</u></p>
<p>Das schmucke Zweiständerhaus an der heutigen Ferdinand-Wahrendorff-Straße 19, das Georg Heinrich Haßberg und Sophie Dorothee Müller im Jahr 1836 erbauen ließen, gibt noch immer Rätsel auf. Im Dorf erzählt man sich, dass die Haßbergs Freunde von Konrad Hoyer vom Hof Nr. 14 waren, die nach Beendigung des Freiheitskrieges gegen Napoleon in Ilten seßhaft wurden.</p>
<p>Verbrieft ist, dass zur Zeit der französischen Besatzung die beiden Brüder Heinrich und Konrad Hoyer aus Ilten nach England flüchteten, um sich als Freiheitskämpfer ausbilden zu lassen. Seite an Seite mit Johann Hassberg kämpften sie unter General Wellington um 1813 in der Deutschen Legion in Spanien gegen die Truppen des Korsen.</p>
<p align="center"><a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/iltengrefehaus.png"><img src="/wp-content/bilder/iltengrefehaus-small.png" alt="Ilten Grefehaus" height="408" hspace="7" vspace="5" width="450" /></a></p>
<p><strong>Das Grevehaus steht unter Denkmalschutz.</strong></p>
<p>Im feindlichen Musketenfeuer bei Gibraltar starb Heinrich Hoyer. Sein Bruder Konrad selbst kam unversehrt, geschmückt mit englischen Orden, um 1817 wieder nach Hause. Er brachte auch seinen Kriegskameraden und Freund Johann Hassberg mit, der einige Jahre in französischer Gefangenschaft verbracht hatte. Zeitlebens bewahrte Haßberg ein Bild Napoleons im Schweinestall seines Sohnes auf, in Erinnerung an die französische Knechtschaft, heißt es im Dorf.</p>
<p>Johann Hassberg soll &#8220;seine Kriegsersparnisse&#8221; nebst Abfindung aus der Legion seinem Sohn Georg zum Bau des Fachwerkhauses Hauses geschenkt haben, als dieser 1836 Sophie Dorothee Müller zum Traualtar geführt hatte. Das Fachwerkhaus, das heute unter Denkmalschutz steht, trägt im Höfeverzeichnis die Nummer 68. Durch Einheirat wurde es zum Grevehaus. Heute gehört es dem Klinikum Wahrendorff, das es stilecht restaurierte und modernisierte und seit langem zur Stationären Heimbetreuung nutzt, die allgemein als vorbildlich gilt.</p>
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		<title>Der Knauerhof: Einen Türkensäbel im Familienwappen.</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 16:52:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lothar Rolf Luhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bauernhof]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ahnen waren Heimatvertriebene aus Österreich
Wenn man nach denkmalgeschützten Häusern sucht oder solchen, die durchaus schutzwürdig sind, dann ist das alte Lehrter Dorf eine wahre Schatztruhe. Da gibt es Giebelverzierungen oder auch Türbalken aus knorriger Eiche, die einen Rückblick in längst vergangene Zeiten ermöglichen, so auch auf dem Bauernhof von Jürgen und Claudia Behre an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration: underline;">Ahnen waren Heimatvertriebene aus Österreich</span></p>
<p>Wenn man nach denkmalgeschützten Häusern sucht oder solchen, die durchaus schutzwürdig sind, dann ist das alte Lehrter Dorf eine wahre Schatztruhe. Da gibt es Giebelverzierungen oder auch Türbalken aus knorriger Eiche, die einen Rückblick in längst vergangene Zeiten ermöglichen, so auch auf dem Bauernhof von Jürgen und Claudia Behre an der Osterstraße Nr.: 15. Das über hundert Jahre alte Fachwerkhaus, das vermutlich von Zimmermeister Bödecker erbaut wurde, ist heutzutage ein Schmuckstück, nicht nur für die Osterstraße, sondern für das ganze Dorf.</p>
<p>Zwar mußte 1945 bei der Renovierung der Giebel versetzt werden und die alte Diele mußte weichen, doch die stilecht erneuerte Fassade kommt dadurch jetzt besonders zur Geltung. Heinrich Wilhelm Bertram hatte das Haus 1871 erbauen lassen, dann aber die Landwirtschaft aufgegeben und sich in einem neuen Haus in der Ramhorst zur Ruhe gesetzt. Für die jungvermählten Knauers, deren Erben die heutige Familie Behre ist, bot sich so die Gelegenheit, Haus und Hof zu kaufen und sich eine neue Existenz aufzubauen.</p>
<p align="center"><a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/knauerhof.png"><img src="/wp-content/bilder/knauerhof-small.png" alt="Knauerhof" hspace="7" vspace="5" width="450" height="372" /></a></p>
<p><strong>Zu den ältesten Bauernhöfen im Lehrter Dorf gehört der Knauerhof. Interessant ist seine Geschichte. Die ersten Bauern kamen als Heimatvertriebene aus Österreich nach Lehrte.</strong></p>
<p>Noch interessanter als die Vergangenheit dieses Knauer-Behre-Hofes ist die Familiengeschichte der Knauer-Behres, deren Vorfahren mütterlicherseits einst in Melk an der Donau in Niederösterreich beheimatet waren. Weil sie ihrem protestantischen Glauben nicht abschwören wollten, mußten sie Österreich verlassen. Ende des 17. Jahrhunderts fanden sie als Heimatvertriebene im Kurfürstentum Hannover Braunschweig eine neue Heimat.</p>
<p>Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist von einem Augustinus Khnauer die Rede, der als Marktrichter in der Gemeinde Melk ein angesehener Mann war und aus dem Türkenkrieg einen wertvollen Türkensäbel mitgebracht hatte, den die Khnauers fortan in ihrem Wappen führen. Augustinus gilt als letzter katholischer Ahnherr der Familie. Seine Söhne Caspar und Hans traten zur protestantischen Lehre über, was böse Folgen hatte, als Erzherzog Ernst von Österreich 1588 die Gegenreformation ausrief. <a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/behremitwappen.png"><img src="/wp-content/bilder/behremitwappen-small.png" alt="Behre mit Wappen" hspace="7" vspace="5" width="150" height="220" align="right" /></a>Sie wurden vor die Wahl gestellt, entweder zur allein seligmachenden katholischen Religion zurückzukehren oder innerhalb von sechs Wochen und drei Tagen sämtliche Kaiserliche Erblande zu verlassen. Caspar und Hans weigerten sich standhaft, dieser Aufforderung nachzukommen. Sie verließen im April 1588 mit acht anderen Melker Familien die Heimat ihrer Väter.</p>
<p>Bekannt ist, dass Caspar Khnauer mit seiner Familie in Schwandorf in der Pfalz Neuburg eine neue Heimat fand, wo sein 1650 geborener Sohn, der auch Caspar hieß, Anno 1617 zum Bürgermeister gewählt wurde. Er starb bereits 1620 und nach dem Tode seiner Frau Margarethe 1633 wurden die früh verwaisten Söhne bei ihrem Oheim, dem Amtmann <a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/wappen.png"><img src="/wp-content/bilder/wappen-small.png" alt="Wappen" hspace="7" vspace="5" width="225" height="307" align="left" /></a>Balthasar Khnauer zu Salzhemmendorf im Amt Lauenstein erzogen. Von diesen Söhnen des Bürgermeisters Caspar Khnauer wirkte Caspar Ulrich Khnauer  zuletzt als Vogt in Kirchrode bei Hannover, wo er 1694 gestorben ist.</p>
<p><strong>Stolz ist der 85jährige Wilhelm Behre auf das Familienwappen mit einem Türkensäbel.</strong></p>
<p>Hier in Kirchrode änderte sich einiges für die Khnauerfamilie, auch die Namensschreibung. Der älteste Sohn Heinrich Christoph wurde 1697 durch Heirat mit der Witwe Dorothea Christine de Runtzier, geb. von Berkhausen, Grundbesitzer in Misburg, während Bruder Georg David als Hofkonditor nach Hannover übersiedelte. Der Misburger Familienbesitz, der 1942/43 durch Fliegerbomben zerstört wurde, gehörte zuletzt Heinrich Friedrich Wilhelm Knauer, der 1944 verstarb.</p>
<p>Sein Bruder Karl Heinrich Adolf Knauer hatte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts Misburg verlassen und war in Lehrte ansässig geworden, wo er am 8. Mai 1892 Berta Pries Bödecker heiratete. Sie wohnten auf einem Kötnerhof , von dem es hieß, an liegt an der Brücke hinter Molsen. Noch heute ist ein über 100 Jahre altes Gebäude aus dieser Zeit vorhanden, und zwar an der jetzigen Marktstraße. Diesen Hof mit der Katasternummer 65. verkauften die Knauers bereits 1894 an den Zimmermann Nöhre und ziehen auf ihren neuen Bauernhof an der Osterstraße 15, den sie Heinrich Wilhelm Bertram abgekauft hatten. Der älteste Knauer-Sohn Adolf heiratete später Erna Bödecker. Sie war die Mutter von Irmgard Behre, der letzten Knauertochter, deren 85jähriger Ehemann Wilhelm ( verstorben am 2.12.07) weit über die Stadt Lehrte hinaus einen Namen als Heimatforscher erworben hat. Mit dieser Heirat verschwand der Name Knauer, der jetzt nur noch in alten Urkunden und natürlich im Familienwappen vorkommt.</p>
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		<title>Vor rund 100 Jahren ging einigen Lehrter Bürgern ein Licht auf</title>
		<link>http://baudenkmal.org/?p=17</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Sep 2007 14:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lothar Rolf Luhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lehrte]]></category>
		<category><![CDATA[Technische Anlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Prophezeiung der Königlichen Straßenbahn Hannover: Lehrte bindet sich einen Knüppel ans Bein
Das ehemalige Elektrizitätswerk an der Germaniastraße ist in seiner an den Jugendstil angelehnten Bauweise ein durchaus auffälliges Gebäude, das Ausgang des 19. Jahrhunderts von dem Lehrter Maurermeister Strüber nach den Plänen des hannoverschen Architekten Krack errichtet wurde. Spätere Erweiterungen tragen die Handschrift des Lehrter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><u>Prophezeiung der Königlichen Straßenbahn Hannover: Lehrte bindet sich einen Knüppel ans Bein</u></p>
<p>Das ehemalige Elektrizitätswerk an der Germaniastraße ist in seiner an den Jugendstil angelehnten Bauweise ein durchaus auffälliges Gebäude, das Ausgang des 19. Jahrhunderts von dem Lehrter Maurermeister Strüber nach den Plänen des hannoverschen Architekten Krack errichtet wurde. Spätere Erweiterungen tragen die Handschrift des Lehrter Stadtbaumeisters Max Huguenin. Bis auf den heutigen Tag zeigen sich in den Grundmauern des Hauses keine Risse, obwohl in unmittelbarer Nähe tagein und tagaus Züge aller Art vorbeipoltern. Ein Beweis dafür, dass Meister Strüber damals gute Arbeit geleistet hat. Eigentümer des ehemaligen Werkes, das zwar nicht unter Denkmalschutz steht, aber durchaus schutzwürdig ist, ist derzeit die aus Lehrte nach Braunschweig abgewanderte Nordzucker AG. Doch sie hat zu ihrem eigenen Nutzen mehrfach versichert, das Haus vorerst nicht dem Erdboden gleich zu machen, wie in den vergangenen Monaten einige andere, die der Bevölkerung lieb und teuer waren.</p>
<p>Vergilbte Schriften brachten es an den Tag</p>
<p>Bei der Sichtung von rund einem halben Zentner vergilbter Schriftstücke in altdeutscher Handschrift wird deutlich, dass Gemeindevorsteher Leopold Laengner ein richtiges Schlitzohr gewesen sein muss, was er bereits bei der Erschließung der Ringstraße auf eigene Kosten und den Verkauf seiner dort angrenzenden Grundstücke zur anschließenden Bebauung bewiesen hat. Bevor der Magistrat den Auftrag zum Bau des Elektrizitätswerkes vergab, ließ Laengner sich Gutachten von Professoren und Kostenvoranschläge verschiedener Firmen vorlegen, unter anderem von der Elektrizitäts-Gesellschaft Hildesheim, von der Berliner Elektrizitäts-Gesellschaft, von der Helio-Aktiengesellschaft Ehrenfeld/Köln und auch von den Städtischen Elektrizitätswerken Pforzheim. Dabei ging es ihm nicht nur um Profit, sondern auch um Sicherheit. So forderte er von dem für die technische Einrichtung zuständigen Körting-Ingenieur Krone, dass die Baugenehmigung nur unter der Bedingung erteilt werde, wenn das zu errichtende Gebäude auch eine feuerfeste Eindeckung erhalte. Laengner spielte alle gegeneinander aus, mit dem Ziel, gute Arbeit für wenig Geld zu bekommen. Immerhin sprang bei der Endabrechnung für die inzwischen zur Stadt gewordenen Gemeinde ein Nachlass von 4500 Goldmark heraus und einiges nicht genau Bezeichnetes mehr.</p>
<p>Klare Entscheidung für Körting</p>
<p>Damals prophezeite mit einem Brief vom 4. November 1897 die Direction der Straßenbahn der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Hannover, die sich vergeblich um einen Auftrag bemühte hatte, dem Gemeindevorsteher Leopold Laengner, dass Lehrte sich mit dem Bau eines Elektrizitätswerkes einen dicken Knüppel ans Bein binden würde, den es dann jahrelang mit sich herumschleppen müsste. Mehrfach hatten die Hannoveraner den Lehrter Magistrat gedrängt, sich der hannoverschen Stromversorgung anzuschließen, zumal die Straßenbahn-Direction plante, in Sehnde eine Elektrizitäts-Nebenstelle einzurichten. Arrogant behaupteten sie, die Lehrter seien viel zu finanzschwach, um sich so etwas leisten zu können. Der Lehrter Magistrat und das Bürgervorsteherkollegium ließen sich nicht beeindrucken und belehrten den großen Nachbarn eines Besseren. Am 12. August 1897 erhielt die in Körtingsdorf bei Hannover beheimatete Firma Gebr. Körting, Elektrische Maschinen und Gasmotorenbau, den Zuschlag zur Errichtung eines Elektrizitätswerkes in Lehrte.</p>
<p align="center"><a rel="lightbox" href="/wp-content/bilder/lehrtee-werkundwasserturm.jpg"><img src="/wp-content/bilder/lehrtee-werkundwasserturm-small.jpg" alt="E-Werk und Wasserturm" height="403" hspace="7" vspace="5" width="465" /></a></p>
<p><strong>Das Lehrter E-Werk und der Wasserturm mit nächtlicher Beleuchtung.</strong></p>
<p>Anfangs wollten die Körtinwerke das geplante Werk mit zwei Gasdynamos zu jeweils 35 PS auszurüsten, die mit Kohle beheizt und jeweils 43200 Watt erzeugen sollten. Für Privathäuser -Lehrte hatte damals rund 65oo Einwohner -waren 900 Glühlampen vorgesehen und weitere 100 für eine Straßenbeleuchtung. Zwei Bogenlampen und 24 Glühlampen sollten die Centrale ausleuchten. Darüber hinaus waren elf Lampen für Pferdekarren geplant &#8211; mit Batteriebeleuchtung etwa ? Das war nicht zu ergründen.</p>
<p>90.000 Goldmark reichten nicht aus</p>
<p>Alles in allem hatte Ingenieur Krone für die Erstausstattung rund 90 000 Goldmark an Kosten errechnet. In der späteren Schlussrechnung tauchten die Summen von 118.000 Mark und 122.200 Mark auf, in denen vermutlich Baukosten und technische Einrichtung zusammengefasst waren. Doch die Stromverssorgung der Stadt brachte auch gelegentlich Ärger mit sich. Da beschwerten sich ortsansässige Handwerker Anno 1925, dass Monteure des Werkes unter der Hand Arbeiten &#8220;unsachgemäß&#8221; und viel billiger verrichten würden als sie selbst es könnten. Darüber hinaus würde das E-Werk elektrisches Zubehör verkaufen, das auch in den hiesigen Geschäften zu bekommen seinen- allerdings zu angemessenen Preisen.</p>
<p>Keine Angst vor dem &#8220;Fluch&#8221; aus Hannover</p>
<p>Im Laufe der Jahre machte &#8220;der Fluch&#8221; der Straßenbahn Hannover aus dem Jahre 1897 der Stadt doch mehr als geplant zu schaffen, zumal die ständige Modernisierung immer teurer wurde und die Erzeugung von Gleichstrom sich nicht als rentabel erwies. Im November 1952 wurde von Rat und Verwaltung einmütig beschlossen, Anlagen und Einrichtungen des städtischen Elektrizitätswerkes an die Hannoversche Stromversorgungs-Aktiengesellschaft zu verkaufen, die fortan Lehrte über eine Überlandleitung mit Strom versorgte. Vier Jahre später wurden dann auch das Gebäude veräußert, in dem zeitweise auch die Massey Ferguson Hanomag residierte. Inzwischen hat die Helmstedter avacon die Stromversorgung für Lehrte übernommen und sich damit den von der Straßenbahn Hannover prophezeiten &#8220;Knüppel ans Bein gebunden&#8221;. Und wie es heißt, kommt sie damit gut zurecht.</p>
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