Am Thieplatz steht eines der ältesten Fachwerkhäuser des Dorfes

In Tubbes Krughof ist die Zeit stehen geblieben / Mit rassigen Hannoveranern unterer einem Dach

Zu den ältesten und schönsten Niedersachsenhäusern des Dorfes Ilten zählt der Tubbenhof am Nordende Nr. 1, der auch als Krughof in der ehemaligen Amtsvogtei von großer Bedeutung war und heute zur Stadt Sehnde gehört. Er liegt am Rande des alten Thieplatzes im Schatten zweier Linden, die ebenso alt sein dürften wie das Haus selbst, das 1791 errichtet wurde und unter Denkmalschutz steht.

Hof Tubbe

Zu den ältesten und schönsten Niedersachsenhäusern des Dorfes zählt Tubbes Dorfkrug, in dem vor etwa 200 Jahren auch Treffen der Freien und Gerichtsverhandlungen stattgefunden haben.

Aber es ist nicht nur die stilecht erhaltene Fassade, die den Tubbehof beachtenswert macht, der um 1540 von dem Kötner Hans Wemingk gegründet wurde. Er ist im Brandkataster unter der Nummer 31 registriert. Erbauen ließ dieses schmucke zwölf Meter breite und 24 Meter lange 2-Ständer-Haus vor 215 Jahren Joachim Heinrich Tubbe, der in zweiter Ehe mit Karolina Margaretha Wolfes verheiratet war. Nachfolger auf dem Hof wurde sein Sohn Johann Christoph, der Anna Katharina Dorothea Kracke aus Höver zur Frau genommen hatte. In Besitz der Tubbes war der Hof durch Joachim Tubbe gekommen, der laut Kaufvertrag von 1613 aus Hannover-Ricklingen nach Ilten gekommen war und hier am 25.Oktober 1648 Henning Webers einzige Tochter Ilse geheiratet hatte.

Stolze Besitzer sind nunmehr in zehnter Generation die Geschwister Ilsabe (56) und Wilhelm Tubbe (51),die Haus und Hof von ihren Eltern Wilhelm Tubbe und Ehefrau Gertrud Könneker geerbt haben. Ihr Lebensinhalt sind inzwischen reinrassige Hannoveraner, denen auch Ilsabes Sohn Christoph (30) jede freie Pferde TubbeMinute opfert. Die Äcker haben die Tubbes vor etwa 30 Jahren verpachtet. Immerhin besitzen sie noch genügend Grünland, um ihre Pferde gut versorgen zu können.

Die Landwirtschaft haben die Tubbes vor rund 30 Jahren aufgegeben, um sich der Zucht von reinrassigen Hannoveraner zu widmen, die – wie in alten Zeiten – mit ihnen unter einem Dach leben.

Ilsabe Tubbe ist inzwischen zum “Finanzminister” des Tubbe-Krug-Hofes geworden, während sich ihr Sohn Christoph und Bruder Wilhelm um die vollblütigen Hannoveraner kümmern, die in Züchterkreisen große Aufmerksamkeit finden.

Leider, so alte Iltener, gibt es den Dorfkrug nicht mehr, der ebenfalls seit 1791 zum Thie gehörte. Er musste 1945 schließen, da kein Wirt mehr im HauseWilhelm Tubbe war. Doch wer das ansonsten kaum veränderte Haus betritt, wagt einen Schritt in die Vergangenheit. Knorrige Eichenbalken tragen mühelos ein solides Fachwerk, und vom Boden über der großen Diele zieht noch immer ein Duft von frischem Heu durchs Haus. Der Pferdestall an der einen Dielenseite wurde inzwischen zum Speicher. Holz lagert dort für den alten Kachelofen. Auf der anderen Seite wurden die Kühe ausquartiert und für Stuten und Fohlen ein neuer Stall geschaffen, in dem in einer gesonderten Box zwei Schweine grunzen. Nebenan gackern 14 Hühner, ein Hund wacht vor der Haustür und eine Katze geht auf Mäusejagd. An den geschichtsträchtigen Dorfkrug erinnert nur noch ein alter Steinkrug, aus dem das Bier aber genau so gut schmeckt wie vor hundert Jahren.

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